Pferde sind nicht unbedingt für Hitze gemacht. Ihre Komfortzone endet bei etwa 25 Grad. Alles darüber ist für sie eine echte Kreislaufbelastung. Was dein Pferd im Hochsommer wirklich braucht – und was dabei häufig unterschätzt wird.
Sommercheck
für dein Pferd
Warum dein Pferd bei Hitze mehr braucht als Wasser und Schatten – und worauf es jetzt wirklich ankommt
Was du wissen solltest
1
Schwitzen ist Kreislaufarbeit
Pferde sind große Schweißproduzenten. Bei Hitze und Arbeit können sie mehrere Liter pro Stunde verlieren. Schweiß besteht nicht nur aus Wasser, sondern aus Elektrolyten – vor allem Natrium, Chlorid, Kalium und Magnesium. Was verloren geht, muss ersetzt werden. Wasser allein reicht nicht.
2
Der Wasserverbrauch steigt massiv
Im Hochsommer kann ein Pferd schnell 50 Liter Wasser und mehr täglich benötigen. Wer zu wenig trinkt, dehydriert – und ein dehydriertes Pferd kühlt sich schlechter, ermüdet schneller und ist anfälliger, etwa für Koliken und Hufrehe.
3
Luftfeuchtigkeit spielt auch eine Rolle
Eine praktische Faustregel, um Hitzebelastung abschätzen zu können, lautet: Temperatur in Fahrenheit plus Luftfeuchtigkeit in Prozent. Ab 150 solltest du besonders gut auf dein Pferd achten, ab 180 wird es kritisch.
4
Sonnenbrand – unterschätzt und schmerzhaft
Ja, Pferde können Sonnenbrand bekommen. Besonders gefährdet sind helle oder unbehaarte Stellen: Nüstern, Ohren, Schnauze, Blesse, Fesselbeuge. Sonnencreme (parfum- und konservierungsmittelfrei, hoher Lichtschutzfaktor) oder eine leichte Fliegendecke mit UV-Schutz kann nötig sein.
5
Dunkles Fell heizt sich stärker auf
Rappen, Dunkelbraune und andere Pferde mit dunklem Fell absorbieren mehr Sonnenwärme – sie haben zwar weniger Sonnenbrand-Risiko, aber deutlich mehr Überhitzungsrisiko.
3 Fehler
die fast alle machen
Das eigene Wärmeempfinden als Maßstab nehmen
Der Pferdekörper überhitzt viel schneller als der menschliche. Also nicht das eigene Empfinden entscheiden lassen – sondern Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Pferd genau im Blick behalten.
Salz vergessen
Schwitzen bedeutet Salzverlust. Dabei verliert dein Pferd auch Natrium und Chlorid. Fehlen sie, trinkt es oft weniger – und kommt schlechter mit der Hitze zurecht. Ein Salzleckstein ist Muss, manchmal kann zusätzlich eine gut abgemessene Menge loses Salz im Futter sinnvoll sein.
Erste Anzeichen für Hitzestress übersehen
Ein deutlich erhöhter Puls, schnellere Atmung und starkes Schwitzen sind klassische Warnsignale. Auch der Urin gibt Auskunft: Er sollte nicht dunkel gefärbt sein. Die Schleimhäute des Zahnfleisches verraten den Kreislaufzustand noch zuverlässiger. Einfach mit dem Daumen kurz auf das Zahnfleisch drücken und loslassen – die weiße Stelle sollte innerhalb von zwei Sekunden wieder rosa werden.
Besonders gefährdet
Ältere Pferde, übergewichtige Tiere, Fohlen und Pferde mit Vorerkrankungen reagieren schneller auf Hitzestress. Nordische Rassen wie Islandpferde oder Fjordpferde haben ebenfalls häufig mehr Probleme mit Hochsommertemperaturen.
Was du tun kannst
1
Schau nicht nur, ob Wasser da ist, sondern ob dein Pferd auch wirklich trinkt.
Markiere bei Eimern den Füllstand, kontrolliere Selbsttränken auf Durchfluss und beobachte, ob rangniedrige Pferde auch wirklich gut an das Wasser kommen. Ein sehr nasses Mash, angefeuchtetes Futter oder eingeweichtes beziehungsweise bedampftes Heu können die Flüssigkeitsaufnahme zusätzlich erhöhen.
2
Kontrolliere auf Hitzefallen.
Ein Stall kann sich stark aufheizen. Stell dich mittags selbst hinein: Steht die Luft? Ist es dort wärmer als draußen? Dann ist der vermeintliche Schutz möglicherweise kein guter Ort für dein Pferd. Und auch wer draußen nicht nachschaut, wann Schatten wirklich da ist, wiegt sich in falscher Sicherheit.
3
Kühle richtig.
Eine Studie hat gezeigt, dass Pferde, bei denen das Wasser im Fell blieb, deutlich schneller abkühlten als jene, bei denen abgezogen wurde. Sobald man abzieht, steigt die Körpertemperatur wieder an. Die effektivere Methode: Das Pferd einige Minuten lang mit kaltem Wasser abspritzen – und das Wasser im Fell lassen.
Wie du sonst noch
unterstützen kannst
Der Körper deines Pferdes ist ein echtes Wunderwerk. Er arbeitet rund um die Uhr daran, Belastungen auszugleichen und sein inneres Gleichgewicht zu erhalten. Damit ihm das gelingt, ist es entscheidend, die normalen Körperfunktionen gezielt zu unterstützen. Ein Baustein spielt neben artgerechter Haltung und einer guten Beziehung zu deinem Tier eine besonders wichtige Rolle: die Fütterung.
Euch eine gute gemeinsame Zeit
Herzlich,
Patricia aus dem GladiatorPLUS‒Expertenteam
Patricia aus dem GladiatorPLUS‒Expertenteam
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Rechtlicher Hinweis:
Die GladiatorPLUS Milieufütterung ist ein Ergänzungsfuttermittel im Sinne der VO (EG) 767/2009. Sie dient der ernährungsphysiologischen Unterstützung normaler Körperfunktionen im Rahmen einer bedarfsgerechten und artgerechten Fütterung. Bezeichnungen wie „Körpermilieu“ oder „Bausteine der ganzheitlichen Tiergesundheit“ beschreiben funktionelle Zusammenhänge und das Zusammenspiel normaler physiologischer Prozesse eines gesunden Organismus. Es handelt sich hierbei nicht um medizinische oder therapeutische Aussagen. Die GladiatorPLUS Milieufütterung ist nicht zur Behandlung, Heilung oder Vorbeugung von Krankheiten bestimmt und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Therapie. Bei gesundheitlichen Beschwerden sollte stets eine tierärztliche Abklärung erfolgen. Erfahrungsberichte spiegeln individuelle Beobachtungen im Kontext von Haltung, Fütterung und Umgang wider und stellen kein Wirkversprechen für ein bestimmtes Produkt dar. GladiatorPLUS versteht sich als Anbieter eines Wissens- und Fütterungskonzepts mit dem Ziel, Tierhalter über ernährungsphysiologische Zusammenhänge aufzuklären und sie bei einer verantwortungsvollen, strukturierten Umsetzung im Alltag zu begleiten.
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